Liederkranz Staufen   Das mag die beste Musik sein
wenn Herz und Mund
stimmt überein

Aus der Vereinschronik

Als Gründungsdatum des MGV „Liederkranz“ Staufen wird 1853 angegeben. Seit diesem Jahr ist die Vereinsgeschichte einwandfrei lückenlos dokumentiert. Bereits 1958 war man dem damals neu gegründeten Badischen Sängerbund beigetreten und hatte an Bundessängerfesten in Baden-Baden und Freiburg teilgenommen. Einen ersten musikalischen Höhepunkt erlebten die Liederkranz-Sänger  mit einem ersten Platz und dem Tagessieg bei einem Sängerfest 1888 in Lahr. 1891 fand in Staufen der vierte Sängertag des damals noch jungen Breisgauer Sängerbundes statt. Seine Vertreter „tagten und nächtigten“ , so das Protokoll in Staufen.

Mit großem Aufwand wurde 1903 das 50-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Über 50 Vereine auch aus der Schweiz und dem Elsass waren dazu in die Fauststadt gekommen. Dabei war die damalige Vereinssatzung sehr streng: Aufgenommen wurden nur untadelige Ehrenmänner. Einem Sänger wurde laut Protokollbuch sogar verboten, seine Frau zu den Veranstaltungen des Liederkranzes mitzubringen!

Eine Zäsur bedeutete der erste Weltkrieg. Lediglich 1915 wurden noch zwei Wohltätigkeitsveranstaltungen mit Gesang bereichert und der erzielte Betrag gespendet. Erst nach dem ersten Weltkrieg, 1920 ging es wieder aufwärts. 1925 errangen die Sänger bei einem Wertungssingen in Ettenheim in der Höchststufe in „Kunstgesang“„ mit dem Chor „Gothentreue“ (Wagner) einen ersten Platz.

1928 feierte man drei Tage lang das 75-jährige Vereinsbestehen, wiederum unter Teilnahme zahlreicher Gastvereine.

1933 wurden im Rahmen der Gleichschaltung sowie Durchsetzung des Führerprinzips die beiden Staufener Gesangsvereine „Liederkranz“ und „Frohsinn“ zusammengelegt. Diese „Gleichschaltung“ und mehrfacher Dirigentenwechsel kennzeichneten das Vereinsgeschehen in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg. Während des zweiten Weltkrieges finden sich keine Protokolleintragungen über Sängeraktivitäten in der Jahreschronik.

Nach 1945 war es besonders dem um den Verein hochverdienten Gärtnermeister Emil Kähle zu verdanken, dass schon bald die Sangestätigkeit wieder aufgenommen konnte. 1953 wurde im großen Stiel das 100-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Die Mitgliederliste umfasst mehr als 50 aktive Sänger.

Zur 125 Jahr Feier wurde 1978 wurde mit einem Festkonzert mit Chören und Solisten unter dem Dirigenten Siegfried Lustig erneut ein absoluter Höhepunkt des künstlerischen Schaffens erreicht. In einem festlichen Opern-Konzert erklangen Werke von Mozart, Schubert und Lortzing unter Mitwirkung von Solisten der Städtischen Bühnen Freiburg.

Während der folgenden Jahre wurde auch die Tradition der gemeinsamem Fahrten wieder aufgenommen. Bereits im 19. Jahrhundert sind mehrtägige Reisen in die Schweiz, an den Bodensee und in das Elsass in der Vereinsgeschichte dokumentiert.

Die Fastnachtsbälle zur Eröffnung der Staufener Fastnacht mit zum Teil abenteuerlichen Darbietungen und Verkleidungen zeigen die feste Verbindung des Liederkranzes in der Staufener Fastnachtstradition.

Letztmalig 1998 wurde der traditionelle Liederkranzball gefeiert. Leider hatte die Resonanz dieses Kostüm- und Maskenballes beim Publikum abgenommen, mit einem Minus in der Kasse.

Dafür fand im Juli 1998 erstmals ein internationales Chortreffen mit Chören aus Polen, Frankreich und Deutschland auf der Staufener Burg statt.

Seit 1985 entwickelte sich auch ein reger musikalischer Austausch mit dem Liederkranz Dachtel bei Stuttgart mit gegenseitigen Besuchen.

Erstmalig 1994 besuchte der Liederkranz auch den Chor „Ensemble vocal de l´Arve“ der französischen Partnerstadt Bonneville. Im gleichen Jahr, im Juni, fand der Gegenbesuch statt. Seither ist ein herzlicher Austausch entstanden, der auch den Wechsel von Dirigenten und Vorstand überdauert hat. Zuletzt wurde der Liederkranz im Frühjahr 2003 zu einem Jubiläumssingen mit einem weiteren französischen Chor herzlich in Bonneville empfangen.

Nunmehr führt seit 2007 erstmalig eine Frau, die charmante Myri Turkenich, als Chorleiterin den Verein. Das Repertoire wurde um Gospels, amerikanische Songs der 50er Jahre, ebenfalls in englischer Sprache, französische Lieder und südamerikanische Rhythmen erweitert.  Mit Stolz darf festgestellt werden, dass der Chor heute neben dem traditionellen  Liedgut eine breite Palette von zeitgenössischen Liedern und Songs aus aller Welt singt. Gerade hierfür wünscht sich der Chor jetzt auch die Mitwirkung von engagierten jüngeren Mitsängern.